von Web 2.0 und der allgegenwärtigen McDonaldisierung
In meinem letzen Post habe ich damit angefangen – jetzt muss ich da durch:
Was ist Web 2.0 ???
Information Week liefert eine “plain-vanilla definition” auf die Frage:
“Web 2.0 is all the Web sites out there that get their value from the actions of users.”
Gemeint sind also Dienst wie Wikipedia, Flickr oder Digg, die gemein haben, dass ihr Wert unmittelbar durch die Arbeit der User selbst generiert wird.
Das Napster-Zeitalter, in dem der Internetuser sich fühlen durfte wie im Selbstbedienungsladen ist vorbei. Die Bonbon-farbenen Oberflächen der Web 2.0 Applikationen können nicht darüber hinwegtäuschen: Selbst arbeiten ist angesagt – die Urlaubsphotos in den Flickr-Account hochladen, ein Blog pflegen und der Internetgemeinschaft die schönsten Funde der nächtlichen Surf-Session via Digg empfehlen.
Wenn man sich’s genauer überlegt, ist es eine riesen Frechheit … und alle machen mit. Geltungsbewusstsein, Wunsch nach Anerkennung, pure Langeweile … die persönlichen Gründe für die Aufopferungsbereitschaft werden individuell verschieden sein.
Das Schlimme ist jedoch, dass Web 2.0 nur der Gipfel des Eisberges ist: Wie in diesem Artikel der Zeit nachzulesen ist, sind wir alle Sklaven und Knechte der Industrie und Opfer geschickten Marketings.
“Das Outsourcing zum Kunden hat begonnen. Er wird vom König zum Knecht.”
Die Post überredet uns, unsere Pakete selber abzuholen, der Kaffee wird nicht länger serviert, sondern ist ToGo, und das Bankkonto wird ohnehin von zu Hause aus verwaltet, da die 18-jährigen AbiturientInnen, die in den Bankfilialen den Kunden zugrinsen ohnehin nur Alibifunktion haben.
Der US-Soziologe George Ritzer hat diesen Trend bereits Anfang der 90er in seinem Buch die Mc-Donaldisierung der Gesellschaft beschrieben. Obwohl der Begriff der Mc-Donaldisierung in aller Munde war und ist, geändert hat sich nichts.
Marx konnte vor etwas über 150 Jahren noch auf einen Klassenkampf hoffen, sobald die Arbeiterklasse einmal aufgeklärt ist. Heute hofft die Industrie, dass wir alle fleißig mitmachen und alle packen mit an.
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